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RUNTASTICS WEG VOM STARTUP ZUR WELTMARKE 220 Millionen Euro! Mit dem Verkauf von Runtastic an Adidas legen die Gründer Florian Gschwandtner, Alfred Luger, René Giretzlehner und Christian Kaar einen Mega-Exit hin. In unserem Buch schildert Florian Gschwandtner die Anfänge seines Startups bis zu Plänen stärker ins Hardwaregeschäft einzusteigen. Das ist ihm nun definitiv gelungen. Das Interview führten wir im August 2013 kurz vor der Beteiligung des deutschen Medienriesen Axel Springer. Erfolgsgründer Interview Runtastic ist heute eine Weltmarke, inbesondere für das Tracking beim Laufen. Wie ist die Idee dazu entstanden? Gschwandtner: Begonnen hat alles mit einem Projekt vom Christian Kaar und Rene Giretzlehner. Sie haben bei den World Sailing Games am Neusiedler See die Segelboote mit einem externen GPS-Tracker ausgestattet und die Location der Boote mittels eines Java-fähigen Handys auf dem Fernseher visualisiert. Damit konnten die Zuschauer im Zelt mitverfolgen, wo sich die Segler gerade befinden. Diese Technologie wurde später für Rallyeautos adaptiert, aber am Ende des Tages war kein Markt dafür vorhanden. Unser FH-Studiengangsleiter hat die beiden trotzdem gedrängt, bei tech2b mitzumachen. Die Idee war schon, in den Breitensport zu gehen, aber damals noch mit fix installierten Marathon- und Zeitmesssystemen. Die sollten in hochfrequenten Laufstrecken verbaut werden, wie beispielsweise der Prater Allee in Wien oder der Donaulände in Linz. Und wann bist du dazu gestoßen? Rene, Christian und ich haben uns schon 2003 an der FH Hagenberg kennengelernt, wo wir gemeinsam Mobile Computing studiert haben. Als das Projekt anlief, bekam Christian vom niederländischen Navigationshersteller TomTom ein gutes Job-Angebot, das er annehmen wollte. Rene hat mich zeitgleich gefragt, ob ich in das Projekt einsteigen möchte. Das hat super gepasst, weil ich gerade an der FH Steyr ein zweites Studium über Entrepreneurship absolvierte und selbst bereits an Startup-Ideen feilte. In dem Zusammenhang war ich auch schon mit Alfred Luger in Kontakt. Ihn habe ich gleich zu Runtastic mitgenommen. Glücklicherweise ist der Christian dann doch nicht zu TomTom gegangen und so haben wir vier Runtastic gegründet. Die Idee hat sich dann noch stark weiterentwickelt ... Das Projekt mit der Zeitmessung war halb angefangen und ich wollte die Funktionalität schon früh mobil anwendbar machen. Das war technisch auch möglich, denn 2009 gab es bereits Handys mit GPS. Alfred und ich haben unsere Jobs gekündigt und sind die Finanzierung des Unternehmens angegangen. Wir haben die damals wenigen Business Angels in Österreich abgegrast und bekamen lauter negative Rückmeldungen. Oft war das Argument, dass man mit einem Gadget keine Firma aufbauen kann. Wir haben stark die typisch österreichische Einstellung von „geht nicht, weil …“ erlebt. Unsere Naivität oder unsere Sturheit oder beides zusammen, haben uns trotzdem nicht vom Weg abgebracht.
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