0 votes
INDUSTRIE 4.0 - DIE DEUTSCHEN HABEN ES ERFUNDEN

1 Answer

0 votes

Die gestrige Abendveranstaltung der Sektion Industrie der Wirtschaftskammern Wien, Niederösterreich und Burgenland im Sofitel Vienna Stephansdom  stand unter dem Motto: „Nutzen und technologische Möglichkeiten“. Die drei Referenten, DI Dr. Christian PLAS, denkstatt GmbH, Mag. Andreas SATTLBERGER, MBA, Syngroup Management Consulting sowie Univ.-Prof. Ing. DI Dr. Wilfried SIHN, TU Wien, Fraunhofer Austria, machten deutlich, dass es sich bei der Begrifflichkeit Industrie 4.0 um eine  sehr breit gefächertes Thema handelt.

Erfunden haben Industrie 4.0 die Deutschen  - zumindest gemäß Prof. Sihn - und Frau Merkel weiß alles drüber. Dabei geht es doch eigentlich „nur“ um die rasante technologische Weiterentwicklung und die damit verbundenen Möglichkeiten für die Industrie, ja eigentlich jedes x-beliebige Unternehmen in jeder x-beliebigen Branche. Weder hat die Industrie ein Patent auf das Thema noch gar die deutsche Industrie. Es ist schlichtweg ein globales Thema welches alle Unternehmen betrifft und bei dem Österreich, aber auch Europa gegenüber den USA gar nachhinkt, so die Experten.

Industrie 4.0 als vorläufiges aktuellstes „Release“, folgte Industrie 1.0 und 2.0 (Analoge Kommunikation), Industrie 3.0 (Internet und Intranet). Die Schlagworte zu Industrie 4.0 sind also „Internet der Dinge“, „Smart Factory“ und „Virtualisierung“. Alles Themen, die in der gesamten Wirtschaft Gültigkeit haben, aber in der Industrie aufgrund der möglichen Skaleneffekte Euphorie auszulösen imstande sind. Die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen bedürfen Massennutzung um sich zu rechnen.

In der folgenden Diskussion wurden die unterschiedlichen Zugänge deutlich – von vollständiger Technologie-Orientierung bis zu nachdenklichen Stimmen was das für die Arbeitswelt und die beschäftigten Mitarbeiter bedeutet. In sehr kurzen Zyklen werden unterschiedliche Menschen unterschiedliche Aufgaben erfüllen müssen, für die Sie womöglich nicht ausgebildet sind oder in kurzer Zeit nicht ausgebildet werden können. Eine unglaubliche Herausforderung für das Bildungswesen.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass die Experten wissen, dass sie nicht wissen was in 10 Jahren genau passieren wir im Umfeld der globalen Vernetzung von Maschinen. Dem kann sicher nicht widersprochen werden. Wenig Thematisiert wurde der Bereich Datenerzeugung durch die Vernetzung und die damit verbundene Auswirkung auf Informationssicherheit, IP Protection oder Privatsphäre. Allein der Gastgeber, Thomas Salzer fragte die Referenten nach deren Einschätzung dazu.  Prof. Sihn hat sich damit abgefunden, dass wir alle gläsern sind und hat wohl die einzelnen Menschen gemeint. Die gläserne Industrie folgt dem Umstand und die Frage ob dann Intellectual Property von Unternehmen ebenso gläsern ist oder wird und wie es so möglich ist überhaupt Wettbewerbsvorteile zu erzielen wird sich stellen müssen.

Dass das globale Thema Industrie 4.0 dennoch ein Regionales ist wurde dadurch deutlich, dass 3 Wirtschaftskammern aus 9(10) eine Veranstaltung machen. Bei aller Vernetzung und Virtualisierung, stellt sich die Frage ob auch die Wirtschaftskammer 4.0 irgendwann Wirklichkeit wird.

...