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STAFFELAUFTAKT  STAFFEL II, 2 MIN 2 MIO

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Der heutige Staffelauftakt der Puls4 Show 2 Minuten 2Millionen hat gezeigt, dass sich das Format weiterentwickelt hat und die neue Jury aus erfolgreichen Unternehmern und Investoren von Ihren Vorgängern gelernt haben. Einzig Michael Altrichter ist wieder dabei, seine neuen Kollegen stellen sich erstmals mitunter skurril anmutenden Pitches.

Als erster stellt Alexander Mann aus Kärnten sein startup vor:  Karton-Möbel – „The Thin King“, ein Made in Austria Produkt. Dafür möchte er 70.000 Euro für 17% seines Startups. Alexander hat 2.500 Stück seiner Hocker produziert, die auch zu einem Bett kombiniert werden können. Die Investoren sind überaus freundlich dem sympathischen Kärntner gegenüber eingestellt, einem Investment aber skeptisch, wie Michael Altrichter, dem das Thema zu wenig „disruptive“ ist. Hans Peter Haselsteiner ist angetan und beteiligt sich schließlich gemeinsam mit Heinrich Prokop. Sie bieten zusammen 100.000 Euro und wollen 26% am start-up. Das ist letztlich eine kosmetische Reduktion der erwarteten Unternehmensbewertung von Alexander und sicherlich ein Top-Deal. Congratulations!

Dass Erwartungshaltung und Auftreten Teil des Erfolges oder Misserfolges in der Vermittlung der Idee sind, unterstreicht Herr Dr. Pirker in seinem Pitch – neuartige Zahn-Implantate. Seine Bereitschaft sich auf durchaus berechtigte Einwände der Jury einzulassen ist enden wollen.  Vermutlich kommt es immer und überall schlecht an, wenn man Jenen rundweg Unwissenheit unterstellt, die mit einem Projekt zum ersten Mal konfrontiert werden. Marie Helene Ametsreiter bringt es  schließlich auf den Punkt: Die Chemie zwischen Gründer und Investoren ist für eine erfolgreiche gemeinsame Zusammenarbeit wesentlich. Dass Frau Ametsreiter dem Herrn Doktor eine Absage erteilt hat, ist Ihr nicht zu verdenken. Einmal mehr unglaublich freundlich und verständnisvoll, würdigt Hans Peter Haselsteiner die wissenschaftliche Vorarbeit von Dr. Pirker. In einem Privatissimum möchte er sich dem Projekt nähern. Entweder wollte HPH sich insbesondere sympathisch präsentieren oder es war sein besonderer Spürsinn und Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten auch schwierigen Persönlichkeiten zum Erfolg zu verhelfen. Mal sehen ob wir je erfahren werden ob die beiden zusammenkommen – Leo Hillinger hätte schon mal seinen rechten Arm dagegen gewettet.

„Party Boxes“ ist die zweifelsohne sympathische Idee eines österreichisch-asiatischen Teams. Die Unternehmensbewertung mit 3,5 Mio bei gerade mal 3.000 Euro Monatsumsatz scheint völlig überzogen. Es wundert nicht, dass die Investoren rundweg ablehnen. Daniel Zech von Seven Ventures jedoch, macht ein „take it or leave it“ Angebot für Werbezeit im Wert von 400.000 Euro für 25% des Unternehmens. Das Team hat sicherlich vernünftigerweise das Angebot bei rund 50% reduzierter Unternehmensbewertung angenommen – viel Erfolg!

Die soziale Initiative schließlich, von Joana Reiterer, mit Ihrem Modeprojekt zum Schutz von gefährdeten afrikanischen Frauen hat die Investoren jedenfalls erreicht und Unterstützung in Form von Geld und Mentoring eingebracht. Ein sympathischer Abschluss der ersten Sendung, der Lust darauf macht, wieder reinzuschauen.

Mein Fazit der heutigen Sendung ist ganz eindeutig: Entrepreneure sollen an Ihre Idee glauben, aber mögliche Investoren weder belehren noch beleidigen. Wozu auch. Wer ein nachvollziehbares Geschäftsmodell sympathisch präsentiert und seine Idee bzw.  seinen Unternehmenswert realistisch ansetzt, hat gute Karten Gehör zu finden.

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